15-Minuten-Taktung: Der Strommarkt in Bewegung

Im Gegensatz zu klassischen Stromtarifen mit festem Preis orientieren sich dynamische Stromtarife direkt am Spotmarkt der Strombörse (EPEX Spot). Dort wird Strom in kurzfristigen Zeitintervallen gehandelt – nicht mehr nur stundenweise, sondern in Viertelstunden (15-Minuten-Taktung).

So funktioniert die 15-Minuten-Taktung

An der Strombörse wird für jede Viertelstunde des Tages ein eigener Preis festgelegt – also 96 einzelne Preise pro Tag. Diese Preisdaten spiegeln Angebot und Nachfrage auf dem Strommarkt nahezu in Echtzeit wider. Besonders relevant ist das für Anbieter von dynamischen Tarifen, wie z. B. Tibber, aWATTar oder EnBW mit deren flexiblen Modellen.

Beispiel:
Am 01.04.2025 um 07:45-08:00 Uhr betrug der Preis 16,68  Cent pro kWh, eine viertel Stunde später von 08:00-08:15 Uhr jedoch schon 194.07 Cent pro kWh –  da in den Morgenstunden ein höherer Bedarf besteht. 

Warum ist das wichtig?

Die 15-Minuten-Taktung eröffnet ganz neue Möglichkeiten – sowohl für Verbraucher als auch für die Energiewende:

  • Kosten sparen: Wer Stromverbrauch gezielt in günstige Zeitfenster verlegt, kann bares Geld sparen – z. B. beim Laden des E-Autos oder dem Betrieb der Wärmepumpe.

  • Netz entlasten: Wenn viele Verbraucher den Strom dann nutzen, wenn er reichlich vorhanden ist (z. B. durch Sonne oder Wind), wird das Stromnetz stabilisiert.

  • Klimaschutz fördern: Der verstärkte Einsatz von günstigen, erneuerbaren Quellen wird belohnt und fossile Erzeugung wird vermieden.

 

Welche Voraussetzungen braucht man?

Um von einem dynamischen Tarif mit 15-Minuten-Taktung zu profitieren, braucht es:

  1. Einen passenden Stromanbieter, der solche Tarife anbietet.

  2. Einen digitalen Stromzähler (Smart Meter), der den Verbrauch viertelstundengenau erfasst.

  3. Optional: smarte Steuerungstechnik, z. B. eine App oder ein Energiemanagementsystem, um Geräte automatisch zu steuern.

 

Fazit: Mehr Transparenz, mehr Kontrolle

Die 15-Minuten-Taktung beim dynamischen Strompreis schafft mehr Transparenz über den tatsächlichen Wert von Strom – je nach Tageszeit und Marktlage. Wer bereit ist, flexibel zu sein oder in smarte Technik zu investieren, kann aktiv Kosten senken und gleichzeitig zur Energiewende beitragen.